Der Hof lernt Tempo – die Uhr diskutiert mit

17. September 2026 · aktueller Entwicklungsstand

Der Spielkern hat seine AmigaOS-Funktionsabnahme bestanden. Savegames lassen sich laden, schreiben und wieder laden; auch ältere Datenstände bleiben lesbar. Kalender und gespeicherte Zwischenfahrten bestehen die Prüfungen. Das ist ein wichtiger Schritt. Dann meldet die Uhr eine weniger festliche Zahl: Der gesamte Testlauf benötigt rund 22 Minuten emulierte Amiga-Zeit.

Der Hof funktioniert im geprüften Test. Er lässt sich dabei allerdings viel Zeit. Vielleicht sollte der Helfer vor der Wasserfahrt noch ein Buch mitnehmen.

Erst messen, dann schneller machen

Die Aufgabe wird bewusst eng gehalten: keine neuen Spielregeln, keine bequemere Route, keine anderen Savegamebytes. Zuerst muss sichtbar werden, welche Arbeit den Rechner beschäftigt. Zwei Messläufe unter FS-UAE liefern dieselben Aufrufzahlen und nahezu dieselbe Gesamtdauer.

Die großen Zeitverbraucher sind die vollständige Zustandsprüfung und die wiederholte Kartensuche. Beim Routenaufbau wird dieselbe Landschaft für aufeinanderfolgende Schritte immer wieder untersucht. Vor einem Simulationstick wird außerdem ein unveränderter Zustand unmittelbar nacheinander zweimal vollständig geprüft. Gründlichkeit ist gut. Dieselbe Gründlichkeit ohne zwischenzeitliche Änderung noch einmal zu bezahlen, hilft hier wenig.

Zwei gezielte Eingriffe

Die erste Änderung führt genau die nachweislich doppelte Prüfung zusammen. Prüfungen nach Bewegungen, Transfers oder anderen Zustandsänderungen bleiben erhalten. Die zweite nutzt das bereits berechnete Distanzfeld innerhalb einer geeigneten Route weiter. Ziel, Suchregeln und Karte bleiben dabei gleich; die bisherige Auswahlreihenfolge wird beibehalten. Für Sonderfälle bleibt das alte Vorgehen bestehen.

Die Wirkung lässt sich im identischen Testlauf messen:

  • Vollständige Zustandsprüfungen: 2.191 → 1.297.
  • Vollständige Kartensuchen beim Routenaufbau: 46 → 8.
  • Routenaufbau: 438,90 → 74,42 Sekunden.
  • Gesamter Testharness: 1.343,56 → 716,74 Sekunden – knapp 47 Prozent weniger.

Diese Zahlen stammen aus der emulierten AmigaOS-Ausführung unter FS-UAE mit A1200/68020-Konfiguration, 2 MiB Chip-RAM, 4 MiB Fast-RAM und deaktiviertem JIT. Der Lauf erfolgt im Warp-Modus; die Angaben sind emulierte Amiga-Zeit, keine Messung auf echter Hardware und keine allgemeine Bildrate des Spiels.

Schneller darf nicht anders heißen

Der wichtige Gegencheck betrifft deshalb die Ergebnisse. Rund 278 MB Vergleichsdaten der Hosttests sind bytegleich zum Ausgangsstand. Alle 16 gespeicherten Amiga-Zwischenfahrtzustände stimmen ebenfalls byteweise überein. Routen, Fehlercodes und Savegamebytes bleiben für die geprüften Abläufe gleich. Die Optimierung braucht vier zusätzliche statische Speicherbytes und keinen Heap.

Die 43 Hosttestgruppen, Builds und erneuten Emulatorprüfungen bestehen. Es wurde keine neue Funktion eingeführt und kein Savegameformat geändert. Die Änderungen liegen im aktuellen Arbeitszweig; daraus wird noch keine veröffentlichte Spielversion.

Die Uhr bleibt auf dem Tisch

Die gemessenen Kosten pro Simulationstick fallen von etwa 868 auf 574 Millisekunden. Für zehn Ticks pro Sekunde stehen jedoch nur 100 Millisekunden je Tick zur Verfügung. Dieser Teststrom enthält gezielte Prüfungen und beschreibt nicht jede denkbare Spielsituation. Trotzdem bleibt die Lücke deutlich.

Auch die echte A1200-Abnahme und eine vollständige Messung der maximalen Stacknutzung stehen noch aus. Der heutige Fortschritt ist damit handfest: Zwei Zeitfresser sind kleiner geworden, ohne den geprüften Ablauf zu verändern. Die nächste Frage ist ebenso handfest: Wie viel der verbleibenden Prüf- und Kartenarbeit lässt sich einsparen, ohne dem Hof seine Verlässlichkeit abzugewöhnen?

Technischer Meilenstein ohne neue sichtbare Spielfunktion; deshalb hier kein beliebiger Spiel-Screenshot. Grundlage: die dokumentierte AmigaOS-Abnahme und die Vorher/Nachher-Messungen vom 17. September.

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