Zwei Helfer, ein Hof – und der gemeinsame Notizzettel

18. September 2026 · aktueller Entwicklungsstand

Ein Hof wirkt erst dann beschäftigt, wenn nicht alles geduldig darauf wartet, dass ein einziges Fahrzeug fertig wird. Der aktuelle Prototyp kann inzwischen Weizen selbstständig vom Hofsilo zur Genossenschaft pendeln. Kurz darauf folgt der nächste Schritt: Traktor und Mähdrescher bekommen tatsächlich getrennte Arbeitsflächen.

1.005 Liter und eine letzte kleine Fahrt

Der neue Pendelauftrag ist bewusst eng gefasst: ein leeres Traktor-Anhänger-Gespann fährt vom Hofsilo zur Genossenschaft. Vor jedem Umlauf werden zehn Euro reserviert und erst nach vollständiger Entladung gebucht. Ein Abbruch vor der Entladung gibt die Reservierung wieder frei.

Im Test warten 1.005 Liter Weizen im Silo. Der Anhänger fasst 1.000 Liter. Also fährt er einmal voll beladen – und anschließend für die letzten fünf Liter noch einmal los. Wirtschaftlich vielleicht kein Traumauftrag, technisch aber genau der Randfall, an dem sich zeigt, ob die Regeln wirklich bis zum letzten Rest gelten. Nach zwei Umläufen sind Silo und Anhänger leer, die Genossenschaft hat alles angenommen und zwanzig Euro Gebühren sind verbucht.

Der Auftrag übersteht Pause sowie Speichern und Laden in allen fünf Phasen. Auch die älteren Savegames bleiben lesbar. In der sichtbaren SDL3-Abnahme taucht nebenbei ein Fehler auf, der mit dem Transport selbst wenig zu tun hat: Zwei fehlende Beschriftungen verschieben die Zuordnung späterer Befehle und lassen die Anwendung beim Anzeigen der neuen Bedienung aussteigen. Die Tabelle wird vervollständigt, der Ablauf anschließend erneut geprüft.

Eine Fläche, zwei Helfer, ein Problem

Der Pendelauftrag macht den Transport zuverlässiger. Auf dem Feld wartet jedoch noch eine ältere Vereinfachung: Alle Flächenaufträge verwenden dieselbe globale Markierung. Solange nur ein Helfer arbeitet, fällt das kaum auf. Bei Mähdrescher und Traktor gleichzeitig wird aus der gemeinsamen Fläche eine Art Notizzettel, auf dem beide radieren.

Die Prüfung zeigt, dass dieser Fall sogar in alten Savegames regulär erreichbar ist. Zwei Helfer können gleichzeitig auf derselben Restbitmap arbeiten. Erledigt einer eine Kachel, verschwindet sie auch aus der gemeinsamen Sicht des anderen. Eine Migration darf diese Fläche deshalb nicht einfach kopieren oder nach Fahrzeugpriorität verteilen; beides würde die bisherige Bedeutung verändern.

Der alte Notizzettel bleibt lesbar

Neue Aufträge erhalten nun je Fahrzeug eine eigene exakte Arbeitsfläche. Für mehrdeutige alte Savegames gibt es einen ausdrücklich begrenzten Kompatibilitätsmodus: Solange beide alten Flächenaufträge laufen, teilen sie weiterhin dieselbe Restfläche. Sobald nur noch einer aktiv ist, übernimmt er den verbleibenden Stand als eigene Fläche. Damit bleibt das alte Verhalten erhalten, ohne es in neue Spiele mitzuschleppen.

Die Savegame-Payload steigt dafür auf Version 7. Ältere Fassungen v1 bis v6 bleiben lesbar. Der Spielzustand wächst auf m68k um 518 Byte; neue Heap-Nutzung oder große Routenspeicher kommen nicht hinzu.

SDL3-Prototyp mit abgeschlossenen getrennten Arbeitsflächen von Traktor und Mähdrescher
Authentische SDL3-Aufnahme der Abnahme: Traktor und Mähdrescher haben ihre getrennten Flächenaufträge abgeschlossen. Die Darstellung ist die Linux-SDL3-Testplattform, keine native Amiga-Grafikausgabe.

Zwei Aufträge, zwei Rechtecke, keine heimliche Fernwirkung

In der manuellen Abnahme arbeiten beide Fahrzeuge gleichzeitig auf getrennten Flächen. Der Mähdrescher erntet zehn Kacheln, während der Traktor zehn andere grubbert. Die Markierungen enthalten bewusst Lücken; damit reicht es nicht, nur ein bequemes Begrenzungsrechteck zu speichern. Pause, Speichern und Laden erhalten beide Aufträge unabhängig. Kosten, Pflanzenwirkung und Abschluss bleiben beim richtigen Fahrzeug.

46 Testsuiten, Host-, SDL3- und m68k-Build bestehen. Der AmigaOS-Harness unter FS-UAE lädt die Savegameversionen v1 bis v7, prüft die Legacy-Auflösung und führt beide neuen Flächenaufträge fort. Das ist eine funktionelle Emulatorabnahme; echte A1200-Hardware wurde dabei nicht gemessen.

Eine offene Grenze bleibt: Der zusätzliche parallele Anfahrtsblock macht die m68k-Messung wieder teurer. Die Funktionsprüfung ist bestanden, die uneingeschränkte Performanceabnahme verlangt noch eine eigene Optimierung. Der Hof kann nun zwei Dinge gleichzeitig tun. Der Amiga erinnert höflich daran, dass er trotzdem nur einen 68020 hat.

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